Die Presse (Ö) – „Anstoß – wozu? Über Sinn und Unsinn des Nudging“

Der Abteilungsleiter Chemiepolitik, Risikobewertung und Risikomanagement, Thomas Jakl,
diskutiert in seinem Artikel das Thema Nudging. Grundsätzlich sei der Schubs grundsätzlich
mit einer klaren Botschaft versehen und dringt zumeist in die Intimsphäre des Geschubsten
ein. Auch Regierungen bedienen sich dieser Methode des sanften Drucks. Über kleine
Nadelstiche, die „in unsere emotionalen, verhaltensbiologischen Achillesfersen treffen und
so unsere Entscheidungen beeinflussen“, soll positives Verhalten gefördert werden. Jakl
sieht das Konzept in vielen Punkten positiv und lobt die Erfolge etwa in Großbritannien (BIT).
Dennoch sieht er das Nudging nicht als sanfte Wegweisung. „Wenn Nudges wirklich eine
steuernde Breitenwirkung haben sollen, dann mu?ssen sie heftig ausfallen und sind
eigentlich psychologische Rempler, nicht Schubser. Thaler und Sunstein erwähnen etwa
Bodenmarkierungen, die durch optische Effekte den Fahrer dazu bringen, langsamer zu
fahren. Das ist schlicht Manipulation – dann lieber gleich ehrliche Regelungen und
Kontrollen.“ Nudges mu?ssten stets Ergänzung sein und du?rften klare Regelungen nicht
ersetzen.
Quelle: http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/4806547/Anstoss-wozu-Ueber-Sinn-und-Unsinn-von-Nudging